Menschenrechte am Gymnasium Miesbach

Zahnbewerter Tiger

Zahnbewerter Tiger

Bild: Martina Stahl

Den Menschenrechten zu ihrem Recht verhelfen, wäre eine Nummer zu groß gewesen, aber sie einem breiten Publikum näher zu bringen, ist einer Projektgruppe am Gymnasium Miesbach eindrucksvoll gelungen.

Themenabend am 30. Januar 2020

Das Projekt, mit initiiert von der Kreisgruppe Amnesty International, basiert auf Schülerarbeiten des Kunstunterrichts, welche die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 zum Thema hatten und in Bild und Ton die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit dieses revolutionären Dokuments festhielten. Präsentiert wurde das Thema mit einer Programmfolge, die in ihrer Vielfalt, ihrem Informationsgehalt aber auch mit ihrem Unterhaltungswert die voll besetzte Aula immer wieder herzlich applaudieren ließ.

Da wurde in einem Kurzfilm ein Engel vorgeführt, der in einem Quiz zum Zustand der Welt gegen den Realismus des Teufels keine Chance hatte, da wurde das Thema Kinderarbeit in einem szenischen Spiel behandelt, bei dem Kobaltzwerge einer chattenden Handygruppe zuarbeiten mussten, da wurde die Traumrede von Martin Luther King mit der Realität der Jetztzeit konfrontiert, da verfolgte eine übereifrige Polizistin alle Arten von Kopftuchträgerinnen, da wurden dem Publikum auf einer Weltreise durch Problemländer wie China, Saudi-Arabien und Belarus bedrückende Fotos zugemutet, und da berichteten am Ende Schüler des Arbeitskreises Politik und Zeitgeschichte von der erfolgreichen Teilnahme am Amnesty-Briefmarathon, bei dem im Dezember 2019 fast 890 Briefe zusammenkamen.

Von der Rückwand der Bühne aus überwachte der Tiger „Menschenrechte“ das Geschehen. Im Urzustand zahnlos, wurden ihm in einer handfesten Performance Zähne eingesetzt, auf denen die Namen von Organisationen und Einzelpersonen verzeichnet waren, die sich für Menschenrechte einsetzen.

Veranstaltungen des Gymnasiums Miesbach sind ohne Musik undenkbar. Der Kammerchor begeisterte mit einem irischen Segenslied „May the road rise“, die Big Band verabschiedete mit dem Stück „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ – und setzte damit einen Schlusspunkt, der zu einem Abend passte, wo zwar manche Themen zum Weinen waren, einige Darbietungen durchaus amüsierten, und die Gegensätze durch das Engagement der Mitwirkenden mehr als ausgeglichen wurden.